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Die „55+ Generation“,
so heißt es, bewegt sich zuwenig und viele gut gemeinte
Versuche von Vereinen und Institutionen brachten bislang keinen wirklichen
Moti-
vationsschub für diese Altersgruppe. Liegt es vielleicht daran, dass es für
die äl-
tere Generation zu wenige gut aufbereitete Bewegungsangebote gibt?
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„Höher, weiter, schneller, besser“ waren die Ideale des
Industriezeitalters. Die Abkehr vom Messbaren könnte in
der zur Neige gehenden Industriegesellschaft auch im
Sport zu einem Wertewandel führen.
Warum daher
nicht „zufriedener, glücklicher, gesünder, leistungs-
bereiter“ als neue Kriterien für eine
Sportlichkeit des
21. Jahrhunderts?
Diese Frage stellt Peter
Zellmann in
seinem eben erschienenen Buch „die zukunftsfallen“ und
sie könnte zu einem Denkanstoß führen, vor allem im Be-
reich „Seniorensport“. |
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Da schrillt die Alarmglocke
Seit 1855 hat
sich die Lebenserwartung der Europäer von knapp 40 auf 80 Jahre verdopp-
elt. Der Anteil der über 60-Jährigen wird im Vergleich zu heute bis 2030 um
die Hälfte auf
gut ein Drittel der Bevölkerung ansteigen und in vier Jahrzehnten wird es
doppelt so viele
60-Jährige geben wie heute. Da schrillt die Alarmglocke! Auch ältere
Menschen wollen
gesund sein und sich den Traum vom schönen Leben verwirklichen. Die
„Nichterkennung“
von notwendigen Maßnahmen für die Erreichung dieses Zieles stellt eine
Gefahrenquelle
dar. In vielen Turnvereinen haben Funktionäre, die sich
für ein lebensbegleitendes Bewegen aufgeschlossenen
zeigen, ein „Programm der sanften Art“ für die Zielgrup-
pe 50 + eingerichtet. Wohl wissend, dass ohne Bewe-
gung nichts läuft – auch im Alter nicht! - Jetzt heißt es
Überzeugungsarbeit zu leisten um weitere Vereine für
das Projekt zu gewinnen und vor allem um die Zielgruppe
55 + zu motivieren für ihre Gesundheit etwas zu tun.
Das Buffet ist angerichtet – bitte zugreifen!
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Aufwachen |
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Die Situation älterer Menschen rückt immer
stärker in den Blickpunkt gesellschaftlicher
Diskussionen. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung wächst
ständig!
Verschlafen die Vereine diese Gegebenheit?
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Wohlfühlen
ist mit Eigenverantwortung verbunden
Heinz Meusel schreibt in seinem
Buch „Sport für Ältere“ über Barrieren die abgebaut wer-
den müssen:
1.
Ich bin gesund und brauche
keinen Sport.
2.
Die sportliche Betätigung ist
mit großem Aufwand verbunden.
3.
Die sportliche Betätigung steht
anderen Interessen entgegen.
4.
Soziale Ängste verhindern die
Teilnahme am Sport.
5.
Sport ist Zeitvergeudung.
6.
Ich habe lange nicht mehr Sport
betrieben und so den Zeitpunkt verpasst.
7.
Mangel an Information.
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Rückmeldungen aus Turnvereinen, die
sich ernsthaft mit
dem Thema beschäftigen, haben ergeben, dass es äuß-
erst schwierig ist, an jene Gruppe von Menschen heran
zu kommen, die sich über Jahre nicht für gesundheits-
orientiertes Bewegen interessiert hat. Aufrufe in Zeitun-
gen, Prospektversand und Plakatwerbung haben relativ
wenig gebracht, so ein Übungsleiter aus dem Burgen-
land. Das einzige was zählt, ist die Überzeugungsarbeit
durch persönliche Ansprache, meint ein Funktionär aus |
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Kärnten und fügt hinzu, dass unbedingt
versucht werden muss, die Eigenverantwortung in
Richtung Wohlfühlen zu wecken und bei Neueinsteigern das Wort „Sport“
tunlichst durch
„Bewegung“ zu ersetzen ist. Zwei Vereine schwören auf Kooperation und sind
dabei ein
Netzwerk mit Vereinen und Institutionen vor Ort aufzubauen.
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Lebensfreude
„Woran wir meist scheitern, ist
unsere Bequemlichkeit. Zu unterscheiden ist zwischen kör-
perlicher Bequemlichkeit, also Faulheit, und geistiger Trägheit, also
Unaufmerksamkeit.
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Erst beides
zusammen kann zu Dummheit führen. Des-
halb sollten wir ja (dafür sorgen), dass es uns gelingt,
einen gesunden Geist und einen gesunden Körper zu er-
halten. Dieses Bemühen ist die Voraussetzung für Lebens
glück und Lebenszufriedenheit und Lebensfreude“ (Peter
Zellmann, die zukunftsfallen, Österr. Verlagsges. 2007).
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Ein Verein hat sich der Mühe
unterworfen und älteren
Menschen zwischen 60 und 84 Jahren die Frage gestellt:
„BETREIBEN SIE SPORT?“ Hier nur ein kleiner Auszug,
der Einblick in das Denken der „Gruppe 60 +“ gewährt: |
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° Sport
na, des hama in der Schul g`macht, des is nur was für junge Leut! (66).
° Ich wandere gerne und gehe im Winter
Skilaufen. Ich würde auch gerne in einem Verein
° Gymnastik betreiben – kenne aber kein Angebot
(62).
° Ich schwimme für mein Leben gern` - fast
täglich 1.000 bis 2.000 m. Allerdings nur im
° Sommer - Ich geh` nicht gern` in ein
Hallenbad (65).
° Von einem älteren Menschen erwartet doch
niemand, dass er Sport betreibt. Schauns
° mi an, ich kann ja auch nimmer (71).
° Na Sport kann ma des eigentlich net nennen.
Schrebergarten, Wandern und so (84).
° Es gibt Sportarten, die man bis ins hohe
Alter betreiben kann. Ich bin jetzt 79 und spiele
° regelmäßig Tennis. Es wird aber zunehmend
schwerer einen Partner zu finden (79).
° Seit einigen Jahren spiele ich Golf. Ich war
Lehrer und habe Sport unterrichtet. Habe
° mich mehrmals bei Vereinen als
Senioren-Übungsleiter angeboten. Kein Interesse (67).
° Ich betreibe seit meiner Jugend Sport und übe
gemeinsam mit wesentlich Jüngeren.
° Schön langsam wird es für mich schwer mit den
Jungen mitzuhalten. Na ja. (70).
° Die Sportvereine kümmern sich doch nur um den
Leistungssport. Eh klar (60).
° Mir hat mein Arzt geraten, mich mehr zu
bewegen. Gehe in ein Fitness-Studio. Finde
° dort kaum jemand in meinem Alter (76).
° Ich mach genügend Bewegung. Meine
Enkelkinder hal-
° ten mich in Schuss (71).
° Net - wollns mi pflanzen? (war nicht
bereit das Alter
° anzugeben).
° Sie werden es nicht glauben – ich habe in
meiner Ju-
° gend Handball gespielt. Das war vor 40
Jahren – nein
° vor über 50 Jahren. (70).
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60 und (k)ein
bisschen müde
Der weitaus größte Teil der
„Senioren“ hat die Entschei- |
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dung getroffen, das Leben zu genießen und voll
daran teilzunehmen. Eine der wichtigsten
Voraussetzungen für Aktivität und Lebensfreude ist die Gesundheit.
Gesundheit, Ernähr-
ung und Fitness sind zu einem zentralen Thema geworden. Auch im Alter!
„Gesundheit
allein ist für viele Betagte nicht unbedingt ein starkes Motiv sich zu
bewegen – vor allem
dann nicht – wenn einem im Moment nichts weh tut. Das Gruppenerlebnis und
natürlich
auch der Spaß müssen im Vordergrund stehen!“ Margit (72). |